Published on: 28 Juni 2019

Telekom und Geschäftskundenvertrieb oder wie man Geschäftskunden vertreibt

BONN (BAFMW) – Es heißt bei der Telekom Geschäftskundenvertrieb und der Name ist Programm. Das hätte man sich als Verlag, der mit der deutschen Sprache umgeht, eigentlich denken können. Im Fall der Telekom kann man das Wort Vertrieb wirklich auf vertreiben zurückführen. Die wollen, dass ihre Kunden zu anderen Unternehmen wechseln, davon sind wir mittlerweile überzeugt.

Telefon und Internetstörung seit dem 14. Juni

Das BAfmW hat seinen Sitz im ehemaligen Postamt von Graurheindorf
Das BAfmW hat seinen Sitz im ehemaligen Postamt von Graurheindorf

Wir, d.h. das Bundesamt für magische Wesen mitsamt seinem Bundeslurch Verlag und seinen Webshops, sind seit dem 14. Juni nur eingeschränkt und seit dem 20. Juni übers Festnetz gar nicht mehr erreichbar. Schon vorher passierte es, dass mitten im Gespräch die Verbindung abbrach. Anfangs wurde dann neu gewählt und es klappte. Ärgerlich wurde es, wenn man am Arbeiten war, z.B. Buchdateien auf den Server laden wollte und dafür eine stabile Verbindung braucht.

Nun haben wir einen Geschäftskundenanschluß, was bedeuten soll, dass eine Störung binnen 48 h behoben wird. Ein guter Witz!

Unsere Störung hat eine Vorgeschichte. Das Haus, in dem das BAfmW seinen Sitz hat, ist ein ehemaliges Postamt und verfügt über sechs Leitungen und unsere Anschlüsse, sowohl für das hintere Privathaus wie für das Vorderhaus, laufen über diese sechs – von Telekom-Techniker so genannt – Stifte.
Nun hatten wir in der Vergangenheit schon Störungen und bei diversen Einsätzen erfuhren wir, dass mehrere dieser Stifte, also Leitungen, nicht mehr funktionierten. Eine DSL-Leitung führt, anders als eine analoge Leitung, keinen Strom.
Es begann das Schaulaufen der diversen Telekomtechniker. Es wurden im Haus Dosen getauscht (unnötig wie sich herausstellte). Bei früheren Gelegenheiten bekamen wir sog. Splitter zugeschickt, irgendwann brachten wir dem örtlichen Telekomshop mal eine Tüte mit Splittern vorbei, da wir selber keinen Handel mit Telekomprodukten aufziehen wollten.
Es wurde der nächste Techniker in Bewegung gesetzt. Am Mittwoch, dem 19. Juni, als so gar nichts mehr lief, informierte uns die Störungsstelle, es käme zwischen 15 – 19 Uhr ein Techniker vorbei. Wer nicht vorbeikam, war der Techniker. Um 19 Uhr erneut angerufen, um 19.20 Uhr rief dann ein Koblenzer Subunternehmer vorbei und bot uns freudestrahlend an, am kommenden Montag (sic!) einen Techniker in Bewegung zu setzen. Ob das okay sei?
Ein schnödes „Nö!“ ließ dann am folgenden Donnerstag einen Techniker mitsamt Azubi kommen, der zwar nicht wirklich begeistert war, seinen Feiertag zu opfern, aber Verständnis für unsere Lage hatte. Und er stellte auch schnell fest, dass wirklich etwas im Argen lag. Die Anschlüsse wurden hin und hergetauscht, alle Stifte gründlich gemessen, sowohl vom Verteilerkasten her wie auch zurück, und das Ergebnis war eindeutig.

Naturgesetze und die Telekom

O-Ton Techniker: „Wissen Sie, es hat sich viel bei der Telekom geändert, aber Naturgesetze ändern sich nicht. Auf der Leitung darf kein Strom zu messen sein und wenn da Strom fließt, dann ist die Leitung undicht. Das sind noch alte Leitungen, meistens mit einer ölgetränkten Papiermanschette, und irgendwann …“
Sowas Ähnliches hatten wir uns gedacht, da wir auf eine lange und jahrelange Reihe an Störungen zurückblicken können, die auffälligerweise immer mit Witterungswechseln verbunden waren. Meistens zum Herbst hin, wenn es mehr regnete.
Der Techniker meinte, dass irgendwo in der Erdleitung an einer Abzweigung einer Manschette undicht sei. Logisch und einleuchtend. Da müsse ein Bautrupp raus und das beheben. Der Bautrupp würde sich melden.
Nun war uns klar, dass das am Freitag, einem Brückentag, nichts mehr werden würde. Aber zumindest eine Nachricht, wie es weitergehen würde, das wär ja schon schön gewesen.
Es verging der Freitag, es verging das Wochenende, es vergingen Montag, Dienstag, Mittwoch und nun auch der Donnerstag.
Zahlreiche Anrufe bei der Telekom Störungsstelle, endlose Aufenthalte in der Warteschleife. Zahlreiches Hin- und Her Verbinden, wir kennen jetzt auch die Hotline für den Handel mit Telekomprodukten. Die Büronummer wurde auf das Hady umgeschaltet und wir bekamen einen mobilen Hotspot. Leider ist das Arbeiten auf unserem Server über diese ziemlich schwache Verbindung auch nicht möglich.

Erneuter Anruf bei der Telekom-Hotline für Geschäftskunden

Erstaunlicherweise wollte die Mitarbeiterin einen weiteren Techniker in Bewegung setzen, der für Mittwoch zwischen 15 – 19 Uhr angekündigt wurde. Mein Einwand, es sei doch nun alles klar, die Ursache bekannt, wurde abgebügelt mit dem Hinweis, die Techniker seien ja auch nicht immer die besten Fachleute … Nun ja, angesichts der Historie und des Musters unserer Störungen sowie der Erklärungen einiger Techniker – egal, was solls.
Dann kündigte uns die Dispo, die bei der Telekom zuständige Stelle für die Terminvergabe, mehrfach den Rückruf zuständiger Techniker und eine Terminankündigung für die Behebung der Störung an. Was nicht kam – man kann es sich denken.
Mittlerweile stellte sich heraus, dass – nach einem Tipp des Technikers, der die Diagnose defekte Erdleitungen gestellt hatte – auch andere Nachbarn das Spiel der Telekom kannten und deswegen zu Unitymedia gewechselt sind.
Was wir jetzt auch tun werden.

Klaus Maresch

Klaus Maresch (administrator, bbp_keymaster)

Klaus Maresch, Jahrgang 1967, lebt mit Ehemann und sieben Katzen in Bonn am Rhein. Hexen, Drachen, Vampire und andere magische Wesen sind kein Problem, wenn man sie ordentlich verwaltet. Schließlich hat in Deutschland alles seine Ordnung. Basierend auf dieser Idee, entwickelte er die Idee einer Behörde, die sich um die Belange magischer Mitbürger kümmert. So entstand das Bundesamt für magische Wesen.

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